Achtsamkeit

„Achtsamkeit“ hat in den letzten Jahren eine breite Öffentlichkeit erhalten. Nicht nur Fachleute verschiedener Disziplinen befassen sich damit. Was meint Achtsamkeit? Wir definieren Achtsamkeit so: Bemerken was ist, während es ist in einer Haltung des Nicht-Urteilens.

Es spricht für sich, dass diese Haltung des offenen Wahrnehmens und Nicht-Urteilens in unserer Zeit so erfolgreich ist. Viele Menschen erleben den Zeit- und Leistungsdruck, das Effizienzdiktat als enorm belastend und die Zahl der (psychisch) Erkrankten steigt stetig an. Als Ausgleich dazu scheint „Achtsamkeit“ genau das Richtige zu sein.
Echte Achtsamkeit bedeutet aber eine Veränderung, die über die Behübschung der Oberfläche hinaus geht. Es bedeutet, sich selbst und den eigenen Tendenzen der Selbstoptimierung gegenüber achtsam zu sein und gerade, wenn es schmerzt, wohlwollend darauf einzugehen. Und hier kommt das Mitgefühl ins Spiel: Achtsamkeit ohne Mitgefühl bleibt nüchtern und es besteht die Gefahr „hart“ zu bleiben. Mitgefühl ist jene Qualität, die Achtsamkeit ergänzt. So entsteht auch in Situationen von Schmerz und Leid eine hilfreiche Haltung, denn streng und diszipliniert, das „können“ die meisten von uns nur allzu gut.

Um das Thema „Achtsamkeit“ etwas genauer zu erforschen sind hier einige Aspekte angeführt, entnommen dem Artikel Nilsson, H., & Kazemi, A. (2016). Die Schnittmenge verschiedener Elemente ergeben demnach gemeinsam Achtsamkeit.

Nilsson, H., & Kazemi, A. (2016): Reconciling and thematizing definitions of mindfulness: The big five of mindfulness. Review of General Psychology20(2), 183–193. doi:10.1037/gpr0000074), zitiert nach www.achtsamleben.at

Achtsamkeit als Werkzeug der Selbstoptimierung?

Achtsamkeit und Selbstmitgefühl lassen sich also trainieren und kultivieren. Wie bei jeder Fähigkeit besteht auch hier die Möglichkeit, dass Achtsamkeit nur noch eingesetzt wird, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, z.B. noch effizienter zu werden. Dabei gehen die ethischen Grundsätze, die mit einer (selbst-) mitfühlenden und achtsamen Grundhaltung einhergehen, häufig verloren zugunsten einer Instrumentalisierung, die kurzfristig erfolgreich agieren, langfristig aber zu mehr leiden führen kann.