Selbstmitgefühl bei Scham

wohltuend! berührend! entlastend!

Scham ist eines der schmerzhaftesten Gefühle, die wir Menschen kennen. Es tut so weh, dass wir unglaublich viele und sehr effiziente Wege gefunden haben, dieses Gefühl zu umgehen, zu überspielen, davon abzulenken, etwas anderes stattdessen zu fühlen, abzuwehren etc. Auch die Gedanken, die mit Scham verbunden sind, wie z.B. „Ich bin ein Versager“, „Ich bin nichts wert“, ich bin ein Nichts“, „kein Wunder, dass mich keiner mag, ich mag mich selbst auch nicht“, „Mich kann man gar nicht mögen!“, sind sehr schmerzhaft und sorgen für großen Stress in unserem Körper. Und sie verstärken das Empfinden von Scham noch. Und zur Scham gesellen sich dann noch andere Gefühle hinzu, wie Ohnmacht, Traurigkeit, Angst…. Ein Teufelskreis hat begonnen.

Was sind Gefühle eigentlich?
Aber Scham ist wie jedes andere Gefühl nicht „Die Wahrheit“, ebensowenig wie irgendein Gedanke „die Wahrheit“ ist, sowohl Gefühle als auch Gedanken sind nichts anderes als Energieströme und kleine elektrische Impulse, die unser Nervensystem hervorbringt.
Gefühle – welche auch immer – weisen immer auf Bedürfnisse hin: angenehme Gefühle auf erfüllte Bedürfnisse, unangenehme Gefühle auf unerfüllte Bedürfnisse. Es sind also „codierte“ Informationen für uns. Wir können sie „lesen“ lernen!

Bedürfnisse hinter der Scham
Bei Scham fragt man sich, was wohl hinter diesem heftigen Gefühl steckt: Meist sind es Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Kontakt und Gemeinschaft. Gleichzeitig gibt uns Scham jedoch den Impuls, uns zurückzuziehen und im sprichwörtlichen Boden zu versinken, sodass wir uns isoliert fühlen und abgeschnitten von den anderen. Einer jener scheinbaren Wiedersprüche des Lebens, die uns oft und oft herausfordern: Wir brauchen Zugehörigkeit, unser Gefühl verweigert uns jedoch in diesem Moment genau dieses Bedürfnis scheinbar.

Was hilft in solchen schmerzhaften Situationen?
Es ist Selbstmitgefühl, das sich bei Scham als enorm wirksam erwiesen hat: seine drei Grundkomponenten, Achtsamkeit (Annehmen was ist), Gemeinsames Menschsein (erkennen, dass was auch immer uns gerade geschieht, jedem anderen Menschen weltweit auch geschehen könnte) und Selbstfreundlichkeit (die liebevolle Zuwendung, die wir uns selbst in einer leidvollen Situation geben können, wenn wir sie am meisten brauchen).

Probier es aus
Chris Germer, der gemeinsam mit Kristin Neff das Trainingsprogramm für mehr (Selbst-) Mitgefühl entwickelt hat, leitet hier eine Selbstmitgefühlspause bei Scham an: Sehr wohltuend! Sehr berührend! Sehr entlastend!
Danke Chris Germer für deine Großzügigkeit und Weisheit, die du mit uns teilst!