Nachlese Schreibworkshop März 2026

Am 28. März hieß es wieder: Schreiben, schreiben, schreiben! Eine kleine schreibbegeisterte Gruppe von Menschen traf sich im Museum Oberhofen um den Frühling herbeizuschreiben. Eine Teilnehmerin hat uns folgenden Text für diese Nachlese zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Was will in mir wachsen

Wachsen und vollendet werden?! In der heurigen Exerzitienrunde auf Ostern hin war das Thema Vergebung. Dieses Thema begleitet mich schon sehr viele Jahre. Wie werde ich der Vergebung gerecht? Das war mein Wunsch schon als junges Mädchen. Meine Eltern hatten beide eine große Traumageschichte und mein Vater litt zusätzlich an einer psychischen Erkrankung. Lange Zeit war ich ein angepasstes Mädchen. Eines Tages geschah in mir eine Wandlung und ich entwickelte mich hin zur Aufmüpfigkeit. Das bedeutete, dass ich meine Eltern, besonders die Mama, mit ihrer Verletzlichkeit und
schwierigen Geschichte konfrontierte. Vom Verstehen, Begreifen und Mitgefühl von meiner Seite aus, war ich damals noch meilenweit entfernt. 
Mit den Lebenserfahrungen, den Tiefpunkten, den Ausbildungen, Menschen die meine 
Wege kreuzten, aber auch durch die vielen wunderbaren Momente, lernte ich mich selbst besser zu verstehen und entwickelte immer mehr Fähigkeiten, die mich diesem Thema näher brachten. Es war unendlich viel zu durchschauen, zu betrachten und nachzuvollziehen. Viele Taschentücher gingen durch meine Hände. 
Heute kann ich sagen, diesem Thema schon sehr viel näher gekommen zu sein. 
In dieser Fastenzeit habe ich mit dem Fahrrad (Landeck und Pfaffenhofen)
das Grab meines Onkels und meiner Tante besucht. Von Umhausen aus war es nicht der nächste Weg. Als junges Mädchen hatte ich mich von Ihnen abgewendet, weil mich ihre Gegenwart zu sehr schmerzte.
„Verstehen und Empathie“ sind die Schlüssel zur Vergebung.

Text: M. S.

  • Wenn ich schreibe…..
  • Wenn ich schreibe singe ich nicht.
  • Wenn ich schreibe versuche ich alles rundum abzuschalten.
  • Wenn ich schreibe bin ich Schöpferin, tauch ein in andrer Welten
  • wenn ich schreibe tauche ich ein,  fische unbekanntes aus dem inneren Quellteich.
  • Wenn ich schreibe vergeht die Zeit manchmal anders.
  • Wenn ich schreibe erinnert sich mein Unbewußtes an viele viele Schreibwerkstattimpulse.
  • Wenn ich schreibe sehe ich die Schreibwerkstattfrauen vor mir, in mir.
  • Wenn ich schreibe möchte ich manchmal besser formulieren können, bessere Einfälle haben.
  • Wenn ich schreibe brauch ich ein feines Umfeld z.B. Stille, Behaglichkeit, Friede, Wärme.

WORTFEUERWERK
Stein…..
Gold…..
Lang lang ist’s her. da saß der arme Steinklopfer namens  Jostein vor der Tür.
Er träumte von goldenen Zeiten wie so oft und seufzte leise.
Die Steinmühle und Seinsäge machten ihn nicht steinreich.
Steinige Wege ist er gegangen. Jedoch sein Herz wurde dabei nicht hart wie Stein.
Eher wurde es wunderbarerweise  goldhell. Auch eine Goldstimme hatte er.
Damit lockte er den märchenhafte  Schimmel mit der Goldmähne.“Trag mich hin zu meiner Goldmarie, geschwind  geschwind.“
Ich pflück noch schnell ein goldgelbe Blume. 
Jeden Sonntag lebte er diese Goldenen Stunden.
Werktags war er wieder der arme Steinklopfer der träumte. 

CARINA sie feiert heute ihren 99. GEBURTSTAG
Carina kannst du uns zu deinem Geburtstag ein bißchen eerzählen, was für dich die wichtigsten Ereignisse waren in deinem langen Leben.
„Ja da gäbs viel zu sagen, sehr viel , wo fange ich an. Zum Einen ich war eher seßhaft, doch kurze Zeit war ich auf Wanderschaft in Lappland und Norwegen.
Ich habe viele Spuren hinterlassen. Als Malerin liebte ich natürlich die Farben, das Licht, das Spiel mit Licht und Schatten.
Mit Beginn des  Frühjahrs bis spät in den Herbst Bewundere ich alle Blüten, Blumen und Knospen. ich jammere nicht über Gelsen, sondern freue mich an der Vielfalt der Natur. ES ist jeden Tag einfach immer wieder ein Wunder  und überwältigend dieser Reichtum an Schönheit. Ich schaue hinaus, gehe hinaus und freue mich der Anblick macht mir einfach gute Laune.“
Ja liebe Carina alle ihre Familienmitglieder und Freunde bewundern ihren Mut und Anmut auch heute noch. Was wünschen sie sich noch für ihre restlichen Jahre oder Monate ihres Lebens.
Vor allem von allen Menschen unserer Welt, mehr Bewusstsein, und Liebe für den Nächsten. Wir kommen doch alle jeder einmal an die Schwelle  zum Jenseits, das Jenseits ist für die, die das Herz am rechten Fleck haben, ein großer Ort, voll Licht, Freude, Frieden, ein Ort der Erholung für die Seele bevor sie wieder zur Erde kommt. 
Niemand müßte sich vor dem Lebensende fürchten , wir werden ja alle mit Freude erwartet und abgeholt  für eine „Neugeburt“ des Geistes auf anderer Ebene. „

Abschluss:

ICH WERDE :………..
Ich werde gerne wieder kommen…
ich werde mein Windbrautsein feiern, mit allen Fasern des Herzens….
ich werde am Balkon, im Garten, am See,. überall Humorgrassamen aussäen
gut düngen, damit es mindestens 1 Meter hoch wird…..
ich werde  vielleicht meine Texte  wieder hervorholen und weiter bearbeiten,
oder mich eifach dran erfreuen
ich werde jeden Tag singen und jodeln und dudeln….
ich werde immer weiter wachsen und wachsen….

Texte: V. S.

Der nächste Schreibworkshop findet am 30.5.2026 statt.